Stadtgang am Fluss

Die Bachgasse aufgedeckt im Fluss wachsen
Moose und Wasserpest ein Schaufenster
doch unzugänglich sind die glatten Uferwände
noch von Efeu unbeleckt

Neumühlgasse Sägeblätter kreischen Enge
und der Blick aufs Hafermagazin lenkt ab von
Ziegelmauerbruch um ovale Sandsteinfenster
putzgefleckt mit wildem Wein der Hof

geschottert und gebuscht hinter dem Fluss
die grobe Rotmauer mit glaslosen Fenstern
und Eisenprofilen als Hinterhand der alten
Fabrik die der Taube als Fenstersims-Schlaf

platz genügt Wermut erobert den Gehweg
das Metalltor beherbert Graffitti von oben
bis unten Jugendstilornament bräunt das
Haus im Verfall es war einst eine Mühle für

Weizen das Sträßlein trennt diese vom schicklichen
Hafermagazin das Brücklein vom Hofbräuhaus
im vierten Eck hält ein Ziegelgewirr Einzug
wellige Dächer mit sichtbaren Balken ein

Häuslein so schmal wie ein Lappen
die Schleusengasse säumen Biergärten
und Rosen sie hauchen gleich Wüstenoasen
es duftet nach Weißbrot und Müll

Militär säumt hier weiter den Weg das
Quartier Chopin hinten trutzig verträumt
störrische Mauern umstellen das Schleusen
haus welches dornröst und die flussigen Weiden

gründen sich selbst eine Insel die rotmassige
Bachwand und jenseits der Garten am Ufer ver
schlossen für jeden auf Ziegelbau blick ich ins
Kunstatelier hinten Fabrik und vorne ein Schloss.

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About noemisell

Ich bewege mich im Bermuda-Dreieck von Gefühlen-Gedanken-Gedichten/Geschichten. Manchmal verschlingt es mich.
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