Herbstfeder

Die letzten Birnen hängen noch am bei-
nah kahlen Baum. Im Bauerngarten liegen
rot vergilbte Teppiche, gediegen
wie auf dem Geschenketisch. Vorbei

das Fest, die Gaben abgeräumt, und Kehr-
richtbesen warten schon, die Farben gar
zu mischen und der Erde freilich dar-
zubringen. Schwämme saugen, da sie leer

geworden von Oktoberglut, ihr Flehen
geht in Sporen hin, der Farn bereitet
sich für seine dunkle Reise. Schreitet

dort ein alter Mann, die Haare wehen
schulterlang, er fängt ein weißes Blatt
und drückt zum letzten Mal die Feder glatt.

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About noemisell

Ich bewege mich im Bermuda-Dreieck von Gefühlen-Gedanken-Gedichten/Geschichten. Manchmal verschlingt es mich.
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