Tango

(in Erinnerung an den großartigen Richard Galliano
am 11.September 2014 in Landau)

Rhythmisch drängt ein Klopfen in der Ferne
hinter einem Fenster schleicht ein Schluchzen
schwarz und regenschwer die Nacht & in den
Pfützen spiegelt sich die Wolke mondbeschienen

wie sie rasch vorbeizieht einige Soldaten sind
marschierend auf dem Weg ich suche eine
Häusernische in der Wohnung meiner Freunde
die bei Kerzenschein ein wenig tanzen & die

Stühle stehen eng im Schulterschluss die Blicke
tauschen sich die Blicke gleiten trocken in die
Ferne Flüsten Schmunzeln Schweigen nicht
daran denken denn ich habe mehr verloren als

ich jetzt noch Freunde und Verwandte habe Bilder
von den Überfällen Bilder wie die Meinen fielen
Bilder von den Gräbern und den dürren Blumen –
Schritte eilen und wir halten schreckensbleich

den Atem an was ist wenn sie bald wieder kommen
ein paar Freunde tanzen nochmal drehen sich im
Tangoschwung wir summen eine alte Melodie
von Ewigkeit und tiefster Sehnsucht dieses Lied

das niemals enden möge Tränen füllen bald
die Zeilen meines Hemdes & und ich lehne mich
an meinen Freund der mich auch neulich hielt
unsäglich ist der Trost der warmen Schulter

aus dem Duft entweicht die grenzenlose Hoffnung
auf ein kindgebautes Gestern in der Zukunft noch
verborgen Hoffnung auf ein Morgen ohne dieses
Blei der Einsamkeit nur tanzen will ich tanzen!

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About noemisell

Ich bewege mich im Bermuda-Dreieck von Gefühlen-Gedanken-Gedichten/Geschichten. Manchmal verschlingt es mich.
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