Korridore

Ein Stern rieselt seitwärts über Eck
Herbstlaub wimpert uns entgegen
wie die unbekannte Schöne
auf schwarzen Schultern ruht die Last
der Tellerlinsen aus Lakritz

Garniturenwände blättern sich auf
von unsichtbarer Hand geführt
Schachbrettblumen dürsten
zwischen kantigen Inseln aus
banger Wartezeit

ein Turnaround der Nummernluft
wir strudeln zu den Tanninen der
gewebten Ornamente
ein Künstlerteppich blaut auf unsre Füße
wir folgen den Gezeiten der Vorleser

auf lebenslänglichen Korridoren
gewinnen wir die gleiche
abgegebene Höhe über der
schwappenden Brandung
es fällt kein Schuss

doch die Enttäuschung steigt
simultanübersetzt
sie betet zu ihrem Gedicht
das ungreifbar bleibt wie der
verflüchtigte Duft der Passanten

selbst Stilettos klagen abends nicht
ein einziger der seiner Rolle nicht
gerecht wird und ein einziges das
deplatziert am Boden liegt wie ein
Laubblatt die verpasste Chance.

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Über noemisell

Ich bewege mich im Bermuda-Dreieck von Gefühlen-Gedanken-Gedichten/Geschichten. Manchmal verschlingt es mich.
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