Silberne Glocke

Die Wärme einer Stadtsommernacht
um das alte Ladeneckhaus summt
die Melodie vertrauter Platanen
zwei Kirchtürme werden aufgefangen
von der Damalsdurchgangsstraße

maronibraune Stimmen Gesten
Mundwinkel noch immer ebenmäßig
aufgeblättert in ein filigranes Zittern
die Lateinlehrerin trägt eine neue Frisur

eine silberne Glocke ist über die
Dachlandschaft gelegt
ich schwinge und ich schweige mich ein
klopfe die Kruste von meiner Krone
damit ich sie wieder tragen kann

im Spiegel des großen Sees inmitten der Stadt
wo wir uns blindlings die Treue versprachen
reicht die Taufgesellschaft von der Burgkapelle
bis zu den Fachwerken

im Hof der Gastwitschaft plaudern wir
uns das Leben vor und zurück
Namen treten aus dem Nebel hervor
wie Sterne am Dämmerhimmel
noch hinke ich meiner Zeit hinterher
noch ist der Kreis nicht ganz geschlossen.

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About noemisell

Ich bewege mich im Bermuda-Dreieck von Gefühlen-Gedanken-Gedichten/Geschichten. Manchmal verschlingt es mich.
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