Dornenblüt

An einem unvergornen Tag feg ich den Hof
bequert von Flügelfenstern dort wo sommers schon
das lustgelöste Laub sich in den Ecken stapelt
& der Duft des Staubes wühlt Erinnerungen auf

an Winderungen haarvergnügt durch enge Gassen
wo die Kinder bis ins hohe Alter ihre Würfel lachen lassen
& wo herbstens eine Dame noch den Bällen frönt
im Angesicht der alten Meeresschaukel

& an Wunderungen auf die Felsengrate wild gepackt
mit Spreißelwasser dessen Sand & Steine
dessen kühles Grün & tosender Gehalt
gemeinschaftlich zum Splatschen einlädt

& an Weinderungen arbeitsvolle Dürrezeiten
niemals wissend ob sie eines Tages ihre Früchte
schwingend an uns dirigieren vor dem Klingelregen
der mich nach Gewittern übersplittert

in Gedalten nehme ich das Wellblech
unter einer laubverbrieften Konferenz entkriecht
ein Dornenblüt aus der Quadratestadt empor
dies rote Zeugs das sich partout zu wehren weiß

klammfrömmelnd immer wieder sich in meinen
preußisch blauen Alltag legt weil man die
Schnurzel nicht erwischt die ihre Triebe in den
Morgen bohrt der Schmerzverbreitung klar verpflichtet

doch es schneidet seine Krallen nur zum Schutz
vor der Verhörung und zum Kampf mit Smartgenossen
heute geb ich mich zufrieden wenn die Zwere
ihre Arbeit tut die Zwere eines unvergornen Tages.

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About noemisell

Ich bewege mich im Bermuda-Dreieck von Gefühlen-Gedanken-Gedichten/Geschichten. Manchmal verschlingt es mich.
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