Fluidum

Wie ehedem an einem Fließgewässer
deine Nudeln wanderten im Gegenwind
im Dreieck hin + her und auf der Gabel
steckte eine dunkle Petersilienfrage

so rollten Münzen hie + da vom Tischlein
deckdich in manch blaue fremde Falten
wir begnügten uns mit Nichtverzehrtem
und mit dem Spurenelementezählen

heute ernten wir was jene Zeit uns vorenthielt
die Sinnentfaltung aus dem Moderkeller
der Enthaltsamkeit doch steckt in diesem
Ehedem das ganze Fluidum des Flusses.

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Zeitverzug

Wir teilen die Segmente so wie
Apfelschnitze schneiden aus
was noch nicht aussprechbar
und sammeln Kerne die vor
unsren Augen schon erblühn

wir waren Fremde doch nach einer
Stunde sind wir beinah eins
es gibt sie noch die sagenhaft
verschworenen Gemeinschaften
und plötzlich sind wir Teil davon

was wird uns widerfahren wenn wir
einst erneut uns treffen uns im
Keim der Elemente sanft berühren
uns der Schmelze hingeben dem
Zeitverzug aus Zeichensprache.

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Fieberhaft

Novemberlicht und Quittennebel
in meinen Händen schlagen
die Frühlingsfrüchte des
Regenbogenbaums ihre Wurzeln

die sich auswölbende Form
des Keimlings tastet mit Tentakeln
nach meinen Fingerminuskeln
und gleitet über die Brandung hinaus

größer der Raum der mich Mondmolekül
umhäutet doch erst zur Fälligkeit
dehnt er sich ins Fieberhafte bis
die Wehfrau nach dem Quittenlicht greift.

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Himmelsstaffelei

Sturmgebläu auf Zehenspitzen über Planken
bis hinauf zur Himmelsstaffelei du füllst
die Ränder dieser Tage mit dem Most
aus Tiefentönen Nebelnetzen und
Melonenmolekülen die in deinen Händen
sich in Wiederholungsschleifen transibieren

führst mich fort von den Termitenthemen
vor mir blühen Aquarellemente deren Grenzen
schwimmen über die zerpflückten Rebenstreben
über den zerstobenen Zenit der Zentnerschwere
in die Welligkeit und Stufigkeit des Honighorizonts.

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Schieferschichten

Zwischen Schieferschichten sammle ich
die Pfützen des betagten Blütenstaubes
kleide meine Fingerrillen damit aus
ich lasse Schiffe auf den Spuren fahren

hinter Kuppen dreht die Abendsonne
ins Verdeck der abgetretnen Wendeltreppe
weithin über jenen Tagen und der Kinderlieder
die vom Wellengang des Stroms gedehnt

unter dem Nebelkleid die gelbgezackten Reihen
süßer Dimension bereiftberauschter Blicke
und das Netzfeld nach dem Blätterregen
nur vor dem Tor glimmt still das Nachtlicht

und in unsren Herbstfrisuren kämmt die
Stadtmauer die letzten Fassungsreste weg
das Trockenglas am Inselsandstrand
und unterschreibt das Panoramaprotokoll.

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Kratzspuren

Auf dem Weg zu Pilzen und Astern
verschränken sich Mardersteine
zu Hohlwegen in denen der Mond lagert

vergangen sind die Tage an denen sich
verblüffte Ängste fern hielten
noch schüttle ich sie immer wieder ab

nur der schleimige Ohrwurm bleibt an mir kleben
nobody is watching me verdammt nochmal
es sind die Dimensionen der Banalitäten

und das kriechende Mitgeleute die mich vertreiben
die nach oben gezogenen Stimmen in meinen Bildern
und das vorauseilende Langzeitgedächtnis anderer

hier jedoch kauern die modrigen Gerüche
die der Herbstwald entbietet
die Kratzspuren im Belag des Himmels.

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Klebestellen

Die ausgefransten
und zerknickten Lebensstreifen
glätten deren Bilderspur
nur weiterhin
durch meine Hand verblasst

die Klebestellen
auseinander reißen
neu verleimen deren Kanten
abgeschliffen
staubig meinen Boden nähren

ich roll’ die matt gewordnen
Streifen wieder ein
windschief die Spirale
meiner Wegesadern
krakelig die Handschrift
der Erläuterungen.

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