Lehnwort

Mit meinem Blickmuster
such ich das Lehnwort
im Lückentext der
fließgemaßten Übergänge

was einmal ähnlich war
verschmolz in Fotoschichten
die Betonskulptur ist offenporig
und empfangsbereit
für Neues und Empfindsames

das Wort verlor ich
den vergilbten Liebesbrief
zwischen zwei Ungereimtheiten
beziehungsweise den Minutenstrichen
einer alten Küchenuhr

ich hör die Welt im Sandgetriebe
nuscheln um Verständnis ringen
für das Aneinanderundvorbei
der eingebetteten Gedanken

die Blickfänge in einer Pastenoper
angerührt mit Wasser Öl und Wein
und aufgetragen auf die Lider
nun ist ein Reizwort draus geworden.

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Kleines Lied

Ein Grashalmschwingen nur im Windhauch
einer wiederholten Melodie erhebt sich
das Gebraus der sonderschmalen Gasse
schwarz gepflastert endet sie

in einem Tempelpark wo hinter einem
Wegeschwung an Baumgiganten
hundert rote Lampions hängen
sirrt die sanfte Melodie von Regenhäusern ab

von Himmelsfenstern tief ins Innere
des prallen Lebens dreckig an den Löchern
der Entsorgung giftiger Geysire
schleimgeschleudert auf den Gehweg

innerhäusig schwillt dies Liedchen unterm Schlagwerk
und die Festbeleuchtung spiegelt sich im Glanz
der Stäbchen zwischen denen die Minuten
ufern und die Zeitepochen atmen

aus den vielgeübten Tuschezeichen
über eine Mauer die das ganze Land erschlängelt
lehmgefilzt und bruchgetauft und feuerzeigend
auf die Wächter eines kleinen Liedes.

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In die Bäche

Zweistellig gingen die Lenze über
den gebogenen Weg zweigeteilt die Spur
durch’s Holz auf der wir Platz gefunden
unsere Einzelteile von den Schultern zupften

wir blätterten uns durch das Gesangbuch
mit den unendlich vielen Seiten
bis zum Abendläuten das wir an den
Kieferrinden befestigten

wir legten uns unter die Röhrlinge
und ließen uns von den Spinnen
in einen Kokon verspinnen
mit einem Fenster zum Himmel

in dem wir Königin und Knappe spielten
es in die hohen Säle regnen ließen
und selbst wie Frösche in die Bäche
sprangen Bäche voller Rübensaft

du schwammst flussaufwärts doch ich
blieb am Ufer sitzen sah dir lange nach
der Spiegelmond gesellte sich zu mir
die Lenze traten weithin übers Ufer.

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Unter der Zunge

Das Pantomimenspielchen
zwischen unsren Zehenkitzelblicken
zergeht irgendwo unter der Zunge
wie ein Lauffeuer auf der Jakobsleiter

ein altverbackenes Blatt beschwört
mysteriöse Hindernisse im Basislager
sowie in nahtlos inflammablen Kleidern
ein Volontariat als heißes Meer-Instant

wir überspringen die Präsenzpflicht
zerbrechen hinterrücks die schablonierte Schau
duschen uns unter dem Amusement und
legen die Parameter in eine Zeit der Stripsodie

von Mundraub angetrieben segeln wir
schon nach Ikaria zu den Turmalinen am Strand
wo alte Frauen bunt gewandet flirten
und lassen uns von der Veranda wehen.

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Kurz nur

Bilder an Girlanden verknüpft mit
Zeitfragmenten schwingen
wie leicht bewegte Fahnen

ich ziehe sie aus einer Hand
in die andere stets bereit
nur eine Taste zu bedienen
damit sie mir erscheinen

schon gehe ich auf Jagd
auf den entscheidenen Moment

ich höre Schritte sehe meine
Tagesfalten
lasse jene still vertrauten Bilder
in meiner Tasche schnell
verschwinden.

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Pantomimenspiel

Im Zählen meiner Jahre und im
Pantomimenspiel mit Missmuttreibern
die das ungeliebte Kind der Formengießer
mit dem Bade ausschütten und selbstverliebt
das eigne Faltenzentum nur zu gern beträufeln

höre ich das Quietschen jenes Zaunes
zwischen mir und diesen Dämmerfurchen
welche nur ein Stehtmirzu herunterbeten können
und die Schuld jedweder Art mit Schaum vorm Mund
in ihre Gießkannen verbringen

sie läuft ins Leere eine Leere die wir eines Tages
selbst genießen dürfen als da lägen grüne
Decken aus Beton ein Regen aus dem Gift
der Bräsigkeiten eine Poesie erfüllt von
Selbstbesessenheit und Mordgelüsten

und doch spiel ich nur ein Pantomimenspiel
das Gegengift hab ich noch nicht gefunden
und den Schlüssel für die rostgefransten Schlösser
gab ich jemand anderem nicht wissend
ob er ihn jemals verwenden wird.

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Uferrauschen

Der obdachlose Nachhall deines Uferrauschens
kreist um meinen Seeweg und ich fange ihn
mit meiner Hand gleich einem Schmetterling

auf Blütenbeutezug noch immer forsche ich
nach seinem Innenraum nach seinen Höhlengängen
seinen Querverbindungen zu Andershörigkeiten

während meine Hände längst die Antwort finden
endet hier die wissenschaftliche Verwertbarkeit
ich werfe die Verpackung weg mein Platz ist höhlenmittig.

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