Schaum

Abgeblättert
der Lack
am Griff
verbogen
seine Drähte
klemmt er
in der Schublade
doch er schlägt
zuverlässig

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Tempel der Erinnerungen

Musik die nachhallt vielgestimmt
und vogelfrei aus Mündern tief wie
Seelgeflecht spektral gelichtet aus
dem Türspalt einer Seitenkammer

einem Tempel der Erinnerungen
Blicke Lachen Händedrücken
Näherrücken Glück in einem
Flatternest was gibt es größeres

eigne Kanten sind berührt gefügt
und eingehakt zu dem Moment
dem man ein Stück von Ewigkeit
bekunden kann auch hier verwischen

Grenzen zwischen mir und der Musik
aus tausend Worten Farben Tiefen
Lebensreisen und Beklemmungen
die schatzgetauchte Melodie des Seins.

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Weiße Töne (2)

An den Ufersäumen dieser Felswand
rauschen Schottersteine vor die Füße
Wurzelwichte rufen hallig und vom Oberwald
die Schritte nähern sich im Widerspiel

der beinah weißen Töne füßig senden
Erdbeertöne ihre Botschaft (Rudiment von
eromaner Dreisamkeit mit Partyfeeling)
vorabfromme Geisterreigen rauschen Kapriolen

und verchwinden Balken des Empfängers
ich zieh Linien nur für später für ein Tagebuch des Lyr –
es sind die tiefen Stirnensinne die der Poesie die
Farben schenken und dem Sein die Düfte

sie trennt die vage Einsamkeit der Kraxler von
der Netzbarkeit der Almengänger ich zerdrücke
eine Schote weil die Hitze sich auf meine Schultern
legt von blumensattem Hochmoor hinter Klüften.

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Vergorne Trauben

Wandelgänge voll erlesener Genüsse
schon allein die eleganten Gläser
wenn sie sich erst mit vergornen Trauben füllen
Muskateller mit Gebetrsaroma
Riesling voller Pfirsichduft
Cuvé felicia mit Sonnenstrahl-Initiation
wir gaumen uns die Sinnenfreuden zu
erfahren gleichsam die Bewusstseinsexplosion
und tauchen in die neuronalen Tiefenschichten
Sedimente einer Urerfahrung
Spüren die Geburt von einzelnen Gedanken
hören die komplexen Bilder der Geräusche

Klirrengrummeln hin- und hergeschobner Kisten
Stolperfallen werden knapp umrundet
angestrengt das leicht gerötete Gesicht
kurz vor dem Gähnen
einst die rede Seligkeit
wir kennen dieses aufgekratzte Lachen
das in einem weit’ren Schluck ertränkt
die Steigerung der rauschgeführten Himmelfahrt
ist nun gestoppt und abgedreht
und steuert im rotier’nden Fall dem Hades zu
wir halten uns mit letzter Kraft
denn unser Magensaft wird flau
und Schwindel füllt die Adern
wenn wir hadern mit Verstand und Lust
es pocht die Brust vor Angst vor dem Verderb
herbeigeführt von Fruchtaromen Gerb und Säure
Nervengiften
bis wir driften aus gewohnten Bahnen
bis das letzte Denken bricht und fällt
und wir vergällt und tiefentspannt ergeben
und gebannt dem Exitus entgegen gehn.

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Grenzen – los

Wir stiegen über Zäune, über Mauern, über Gräben sprangen wir, es war ein Hüpfen, eine Spannung und ein Ausprobieren. Doch wir wagten nicht, bestimmte Grenzen anzutasten, weil wir wussten welche Strafe uns erwarten würde, weil der Mut uns fehlte, weil die Angst regierte.
Später als du auch in dieses Alter kamst, nahmst du es sportlich, stiegst das Dach hinauf ins Fenster ein im Risiko entdeckt zu werden, während ich bedachte, ob das eigne Glück und Stolz viel länger währen würden als die Strafen, die dann folgen müssten, und ich ließ es, weil die Schimpftiraden, Schläge, Hausarrest an meinen Nerven zerrten, und mein Magen ohnehin schon dauernd rebellierte.
In der Schule sagten meine Lehrer, dass es gut sei, seine Meinung frei zu äußern, auch dann, wenn sie angegriffen würde, doch ich tat es nicht. Ich war nicht die, die über Grenzen ging, war vielmehr die, die für bestimmte Männer selbst die Grenze war, die zu betreten einfach nur dem Spaßfaktor zu seinem Spaß verhalf.
Doch manche meiner Schritte führte gradewegs in Engstellen, die überwunden werden mussten, einige von ihnen nur durch Grenzverletzung. Anfangs war es nicht nur spaßig, Neuland zu betreten, doch es zeigte sich im Nachhinein, dass Grenzen auch verschiebbar sind, dass Grenzen sinken, wenn man seine Füße drübersetzt, dass Übertretungen auch Vorteile für alle bringen, dass der Spaßfaktor durchaus auch grenzenlos sein kann.

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Silhouetten

Geraffte Laubengänge untermauern
freie Blickgefäße hinter mehrgeteilten
Spiegelwänden öffnet sich die
andre Ebene des Flusses
(Gewässerschichten durchdrungen nur
von Milchglaslicht)
die an allen Biegungen sich bricht
zurückspielt strudelt und vergeht

holzgemantelte Verbindungsbögen
fügen sich in Umkehrschlüsse
stützen Silhouetten deren Form
von Hand aus irdischer Genügsamkeit heraus
gelegt und fermentiert wurden
wie Gewässerschichten die das heiße Licht
mit offnen Armen fangen
und es tiefer tragen.

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Verlangsamt

Wellen
die zurück schlagen
sich brechen
am Fundament
finden Ruhe
nach Jahren
ständiger Verständigung
verlangsamen den
Redefluss
aufs Minimum
der Seeboden trocknet
sandhart und lichtbrechend
im kristallinen Kreuzverhör
wird das Organ
zu Glas
und jedes Wort
zu Schaum.

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